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Studie: Radikalisierung unter deutschen Muslimen

Veröffentlicht am 15. Juni 20251 Min. Lesezeit289 Wörter

Boris von Morgenstern berichtet über eine Studie zur Radikalisierung deutscher Muslime. Alarmierend: Jeder zehnte Muslim in Deutschland zeigt Gewaltbereitschaft. Analyse der Ursachen und gesellschaftlichen Folgen.

Eine unveröffentlichte Studie der Universität Münster zeigt beunruhigende Zahlen zur Radikalisierung unter Muslimen in Deutschland auf. Die repräsentative Umfrage, die zwischen Juli 2023 und August 2024 mit knapp 1900 Befragten durchgeführt wurde, ergab, dass mehr als eine Million der etwa 5,5 Millionen in Deutschland lebenden Muslime als anfällig für Radikalisierung gelten. Dies entspricht rund 20 Prozent der muslimischen Bevölkerung.

Die Studie identifiziert eine sogenannte "Ressentimentgruppe", zu der Muslime gehören, die sich in ihrer Weltanschauung gekränkt sehen, antiwestliche oder antisemitische Feindbilder pflegen und zugleich eine geringe Kritikfähigkeit zeigen. Etwa ein Fünftel der Befragten bejahte Fragen wie "Soll der Islam die einzige und letztgültige Autorität sein?" oder "Sind die islamischen Gesetze der Sharia viel besser als die deutschen Gesetze?". Besonders alarmierend ist, dass ein Zehntel dieser Ressentimentgruppe bereit wäre, Gewalt einzusetzen, um ihre religiösen und politischen Ziele zu erreichen.

Hochgerechnet auf die Gesamtbevölkerung bedeutet dies, dass über 100.000 gewaltbereite Muslime in Deutschland leben könnten. Die Religionspsychologin Sara Dämrig, die an der Studie beteiligt war, sieht in den Erkenntnissen dennoch positive Ansätze. Sie glaubt, dass durch die Stärkung der innerislamischen Kritikfähigkeit eine reflexive Auseinandersetzung mit religiösen und gesellschaftlichen Fragen gefördert werden könnte.

Die Brisanz des Themas zeigt sich auch daran, dass viele Moscheegemeinden eine Diskussion über umstrittene Aspekte des Islam vermeiden. Bei Medienanfragen zu Themen wie Geschlechterrollen oder Gewalt gegen Frauen verweigern die meisten islamischen Vertreter Stellungnahmen. Experten sehen darin einen Hinweis darauf, dass vielen Muslimen bewusst ist, wie ihre tatsächlichen Ansichten in der deutschen Öffentlichkeit aufgenommen würden.

Die Studienergebnisse werfen Fragen zur Integration und zu den gesellschaftlichen Herausforderungen auf, die mit einer wachsenden muslimischen Bevölkerung einhergehen. Während die Zahlen noch nicht endgültig veröffentlicht sind, deuten sie auf ein erhebliches Radikalisierungspotenzial hin, das bisher möglicherweise unterschätzt wurde.

Originalbeitrag von Boris von Morgenstern

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