Das ARD-Sommerinterview mit AfD-Chefin Alice Weidel wurde durch massive Störaktionen überschattet. Das Zentrum für politische Schönheit sowie die Gruppe "Omas gegen rechts" störten das Gespräch mit Lautsprechern und Trillerpfeifen. Die Störer positionierten sich hinter dem Reichstag und machten durch laute Proteste auf sich aufmerksam, wodurch die Gesprächsführung erheblich beeinträchtigt wurde.
Kritiker werfen der ARD vor, die Störungen bewusst in Kauf genommen zu haben. Der Sender hatte sowohl das Interview mit Bundeskanzler Friedrich Merz am 13. Juli als auch das Gespräch mit Weidel am 20. Juli öffentlich in Pressemitteilungen angekündigt. Dadurch konnten sich die Störer gezielt auf den Termin vorbereiten und rechtzeitig mit einem Bus voller Lautsprecher am Ort des Geschehens eintreffen.
Während des Interviews musste Weidel mehrfach darauf hinweisen, dass sie die Fragen des Moderators Markus Preis aufgrund der Lautstärke der Proteste kaum verstehen könne. Die technische Ausstattung mit Ansteck- und Richtmikrofonen verstärkte die Störgeräusche zusätzlich. Trotz der widrigen Umstände führten beide das Gespräch fort, in dem es unter anderem um Wahlversprechen, Steuersenkungen und Sozialpolitik ging.
Beobachter kritisieren, dass die ARD das Interview hätte verlegen können, um eine ungestörte Gesprächsführung zu ermöglichen. Stattdessen wurde das Gespräch unter den schwierigen Bedingungen fortgesetzt, was Fragen über die journalistische Professionalität und mögliche politische Absichten aufwirft. Die Störaktionen warfen letztendlich mehr Fragen über die Berichterstattung als über die politischen Inhalte auf.
