Das Budapester Metropolitengericht hat in zweiter Instanz entschieden, dass Simeon Ravi Trux weiterhin in Untersuchungshaft in Ungarn bleiben muss. Der deutsche Staatsangehörige war vor zweieinhalb Jahren im Zusammenhang mit mutmaßlichen Gewalttaten gegen Zivilisten verhaftet und den ungarischen Behörden übergeben worden. Mehrere Anträge auf Haftentlassung und Überstellung nach Deutschland wurden von den ungarischen Gerichten abgelehnt.
Trux hatte im Juni einen Hungerstreik begonnen, den er jedoch nach 40 Tagen wieder aufgab. In einer Erklärung äußerte er, er wolle seine Gesundheit nicht weiter belasten, da er befürchte, bereits dauerhaften Schaden erlitten zu haben. Der Fall steht im Zusammenhang mit brutalen Übergriffen auf unbeteiligte Zivilisten, die sich 2023 ereignet haben sollen.
Unterdessen setzen sich deutsche Politiker parteiübergreifend für eine Rücküberstellung des Häftlings ein. Ende Juli reisten drei Bundestagsabgeordnete von SPD, Linkspartei und Grünen nach Ungarn, um auf die Situation aufmerksam zu machen und eine Überstellung nach Deutschland zu fordern. Sebastian Rolof, Luke Hos und Helge Limburg kritisierten die Haftbedingungen und verlangten eine Rücknahme der Überstellung an Ungarn.
Auch der Vater des Inhaftierten, Wolfram Jarosch, organisierte Proteste und übergab eine Petition mit über 100.000 Unterschriften an das deutsche Auswärtige Amt. Trotz Gesprächen mit ungarischen Behörden konnte keine positive Zusage erreicht werden. Jarosch unternahm einen Protestmarsch von Dresden nach Budapest und wandte sich schriftlich an den ungarischen Präsidenten Tamás Sulyok, erhielt jedoch die Antwort, dieser habe keine Befugnis in dieser Angelegenheit.
Die ungarischen Behörden zeigen sich bislang unbeeindruckt von den diplomatischen Bemühungen und halten an ihrer Entscheidung fest, das Verfahren in Ungarn fortzuführen. Die jüngste Gerichtsentscheidung gilt als endgültig in der Frage der weiteren Inhaftierung.
Originalbeitrag von UnzensiertTV
