CDU-Kanzler Friedrich Merz wollte offenbar verhindern, dass Journalisten des Mediums NIUS bei seinem Besuch im Weißen Haus dabei sind. Wie der NIUS-Chef Julian Reichelt berichtet, wurde dem NIUS-Korrespondenten Rif Schuler die Mitreise in der offiziellen deutschen Delegation verweigert - angeblich aus Platzgründen. Reichelt gelang es jedoch, über die amerikanische Seite Zugang zum Oval Office zu erhalten und war bei dem Treffen zwischen Merz und US-Präsident Trump anwesend.
Bereits im Vorfeld des Termins sorgten sich deutsche Regierungsvertreter offenbar vor unkontrollierten Fragen zur Meinungsfreiheit in Deutschland. Diese Sorge bestätigte auch der renommierte Journalist Robin Alexander, der berichtete, das Team von Merz habe befürchtet, Blogger oder YouTuber könnten mit kritischen Fragen einen öffentlichen Streit zwischen Trump und Merz auslösen. Andere deutsche Medienvertreter reagierten irritiert auf Reichelts Anwesenheit im Oval Office, obwohl dieser ordnungsgemäß über die US-Regierung akkreditiert war.
Reichelt kritisiert das Verhalten deutscher Kollegen scharf und sieht darin ein Symptom für den Zustand der deutschen Medienlandschaft. Er bemängelt, dass Journalisten heimlich fotografiert würden, wenn der Verdacht bestehe, sie könnten unbequeme Fragen stellen. Gleichzeitig lobt er Trumps offenen Umgang mit der Presse im Oval Office, wo Journalisten direkten Zugang hätten und unzensiert fragen könnten - ein Kontrast zur deutschen Praxis.
Das eigentliche Treffen zwischen Merz und Trump verlief nach Reichelts Schilderung harmonisch und professionell. Der NIUS-Chef attestiert dem Bundeskanzler eine würdige Repräsentation Deutschlands. Besonders bemerkenswert findet Reichelt jedoch den Kontrast zwischen Merz' früheren kritischen Äußerungen über Trump als "Gefahr für die Demokratie" und dem nun freundschaftlichen Ton des Treffens. Vor der Wahl hatte Merz Trump noch scharf kritisiert und dessen Einfluss mit russischen Interventionen verglichen.
Originalbeitrag von Achtung, Reichelt!


