Eine kontroverse Filmproduktion des öffentlich-rechtlichen Rundfunks sorgt für Diskussionen über journalistische Ethik und Medienverantwortung. Der Film erzählt die Geschichte einer Redaktion, die über den Fall eines verschwundenen Mädchens berichtet und dabei fragwürdige Methoden anwendet. In drastischen Szenen wird gezeigt, wie Journalisten bei der Jagd nach Klicks und Aufmerksamkeit journalistische Grundsätze über Bord werfen.
Die Handlung zeigt eine Medienlandschaft, in der Sensationsgier über seriöse Berichterstattung gestellt wird. Redakteure sprechen offen darüber, dass es nur um Klickzahlen gehe, während die menschlichen Schicksale hinter den Geschichten zur Nebensache werden. Der Film illustriert, wie trauernde Angehörige bedrängt werden, um emotionale Reaktionen für die Kamera zu provozieren. Besonders drastisch dargestellt wird die Jagd nach einem unschuldigen Verdächtigen, einem Flüchtling, der zum Freiwild für eine aufgeheizte Öffentlichkeit wird.
Als besonders problematisch erweist sich im Film die Darstellung manipulativer Praktiken. Beweise werden gefälscht, um eine Geschichte am Leben zu halten, während gleichzeitig Vorurteile und Ressentiments geschürt werden. Die Produktion zeigt, wie aus einem harmlosen Vermisstenfall durch mediale Verzerrung eine gesellschaftliche Spaltung entsteht, die letztendlich in Gewalt mündet.
Der Film endet mit tragischen Konsequenzen für den unschuldig Verdächtigten und wirft die Frage nach der Verantwortung der Medien auf. Die Darstellung lässt wenig Raum für Zwischentöne und zeichnet ein düsteres Bild einer Branche, die ihre gesellschaftliche Verantwortung völlig aus den Augen verloren hat. Kritiker sehen in der Produktion weniger eine differenzierte Auseinandersetzung mit Medienkritik als vielmehr eine pauschale Verurteilung des Journalismus.
Originalbeitrag von Tim Kellner


