Comedian Nikolai Binner hat in einem Bühnenprogramm scharfe Kritik an der Berichterstattung von SPIEGEL Online geübt. Anlass war eine Dokumentation des Nachrichtenportals über ein angeblich rechtsextremes Dorf in Brandenburg, in der ein Dorfleiter als Nazi und Antisemit dargestellt wurde.
Binner äußerte sich skeptisch über diese Einordnung und bezeichnete den Protagonisten stattdessen als "Hippie". Als Beleg führte er ein Zitat des Mannes an, der den Zuschauern empfohlen hatte, Familien zu gründen und eigenes Gemüse anzubauen. Diese Aussage stehe im krassen Gegensatz zu tatsächlich rechtsextremen Ideologien, so der Comedian.
Der Künstler warf dem SPIEGEL vor, mangels echter Nazis harmlose Menschen zu dämonisieren. Mit satirischen Wortspielen kritisierte er die seiner Ansicht nach überzogene Berichterstattung und machte deutlich, dass Gemüseanbau nicht im Fokus nationalsozialistischer Ideologie gestanden habe.
Binners Kritik richtet sich gegen eine aus seiner Sicht fehlerhafte journalistische Einordnung, bei der alternative Lebensentwürfe vorschnell als rechtsextrem klassifiziert würden. Der Comedian betonte dabei ausdrücklich, dass er echte Nazis durchaus als solche bezeichnen würde, wenn die Fakten dafür sprächen.
Originalbeitrag von Nikolai Binner
